Über

Ich heiße Malin, bin eigentlich kein großer Schreiberling und hätte nie gedacht, dass ich jemals einen Blog haben werde. Dass ich jetzt doch einen habe, trug sich folgendermaßen zu: Ich habe im Sommer meinen Bundesfreiwilligendienst in einer Flüchtlingsunterkunft begonnen. Mein Chef meinte gleich zu Beginn, ich könne wann immer ich wolle ein Projekt in jeglicher Form mit den Bewohnern starten. Gesagt, getan. Ich habe hin und her überlegt, was ich am besten machen könnte und hatte schließlich eine Idee. Ich wollte mehr über die Flüchtlinge erfahren. Nicht nur Dolmetscher für ihre Termine bestellen, Behörden anrufen oder jemanden zum Sozialamt begleiten. Ich wollte über das Leben in ihren Herkunftsländern, Politik, Fluchtgründe und ihre jetzigen Situation hier in Deutschland mehr erfahren. Ich habe mir einen Plan erstellt, wie ich am besten vorgehe und einige Organisationen angerufen, die bereits Erfahrungen mit derlei Projekten haben um mir ein paar Tipps zu holen. So richtig konnten sie mir nicht weiterhelfen, daher habe ich einfach angefangen. Ich habe einen Fragenkatalog für ein Interview erstellt und Personen angesprochen, welche als potentielle Interviewpartner in Frage kommen würden. Kurz darauf habe ich mein erstes Interview geführt. Dieses und hoffentlich zahlreiche weitere Interviews werdet ihr in wahrscheinlich unregelmäßigen Abständen aktualisiert hier auf meinem Blog finden.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ich das alles mache. Ist meine Arbeit zu langweilig? Habe ich nichts anderes zu tun? Nein, beides ist falsch. Einerseits möchte ich aus persönlichem Interesse mehr über die Menschen erfahren. Mich interessiert, wo sie gelebt haben und was für ein Leben sie geführt haben, was eine Person dazu bewegt alles aufzugeben und seine Heimat auf so einem riskanten Weg zu verlassen. Andererseits möchte ich den Menschen die Möglichkeit geben über diesen Abschnitt ihres Lebens zu reden und ihn selber besser verarbeiten zu können. Dazu kommt, dass es viele Menschen gibt, die nicht verstehen, warum so viele Flüchtlinge kommen oder Angst davor haben und sie nur als große Masse sehen, die Europa gerade überrennt. Daher möchte ich den Flüchtlingen eine Stimme geben, damit sie ihre Geschichte erzählen können und somit darauf aufmerksam machen, dass auch Flüchtlinge Menschen wie du und ich sind, von denen jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat.

Dieser Blog dient als Plattform für Geflüchtete, damit sie ihre ganz persönliche Geschichte erzählen können. Ich fungiere dabei nur als Sprachrohr. Die Interviews habe ich geführt und aufgeschrieben, dabei aber nur minimale sprachliche und keine inhaltlichen Veränderungen vorgenommen. Die Namen habe ich nach Absprache zum Schutz der Erzählenden geändert.

11 Gedanken zu „Über

  1. Liebender Malin

    Ich bin ein Flüchtling aus dem Garten Eden
    Dann im Paradies später wollte ich mit Eva
    Ganz neue Einsichten und Erkenntnissse erwerben
    Weil uns der „Herr“ das verbot verfluchte und mit dem Tode bestrafte
    Wurden wir vertrieben
    Jetzt leben wir auf Erden
    Eigentlich haben wir gelernt was wir zu wissen suchten
    Und wollen jetzt das Asyl hier wieder verlassen
    Um in unsere ursprüngliche Heimat zurückzukehren
    Nur gibt es hier soviele traumatisierte und verwirrte Seelen
    Das an ein Vortkommen noch lange nicht zu denken ist
    Wir freuen uns mit und an Dir
    Dankend

    Adam und Eva von Herzen

    Gefällt 1 Person

    • Nein, ich habe zwar einige Bücher von Karl May gelesen, dieses gehört jedoch nicht dazu.
      Ich habe diesen Titel gewählt, weil sich sowohl die Geflüchteten auf einen Weg ins Ungewisse aufmachen, wenn sie sich entscheiden zu flüchten, als auch das Land, welches sie auf nimmt sich Gedanken machen muss, wie es mit der „Flüchtlingswelle“ umgehen soll. Da wir eine derartige Situation hier in Deutschland noch nicht hatten, befinden wir uns alle gerade „auf fremden Pfaden“.
      Dass Karl May ein Buch mit demselben Titel geschrieben hat, ist reiner Zufall 🙂

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      • Gute Antwort, gefällt mir. Auch der Gedanke die Situation von beiden Seiten her zu denken. Und die beiden Ebenen, dass es einmal wirklich um konkrete unbekannte Pfade/Wege geht, auf denen gegangen werden muss, aber auch im übertragenen Sinne der Gedanke an eine ungewisse Zukunft im Sinne von entscheidenden Schritten im Leben eines Menschen, der alles hinter sich lässt.

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